|
19.06.11 |
|||
|
|
Samstag, den 8.09.07 Corabia - GiurgiuStrecke 152 Km, Fahrzeit 7:00 Std., Gesamtzeit 10:30 Std., Schnitt 21,7 Km/h Nachts Regen, tagsüber kühle 12 Grad. Heute haben wir unsere erste und einzige Panne. In Turnu Maguele reißt mir der Schaltzug. Ich habe zwar Ersatzzüge dabei, aber bevor ich diese aus den Packtaschen kramen kann, bietet mir ein freundlicher Herr Züge an - leider Bremszüge. Als ihm klar wird, dass sein Hilfsangebot nichts bringt, zerrt er mich in sein Auto und fährt mich zu einer Werkstatt, die mir 2 Schaltzüge schenkt. Das möchte ich mal in Deutschland erleben! Heute erfahren wir den Grund, warum Lisa von ihrer geplanten Route abgewichen ist: Ausgiebiges Fotoshooting am Ortsschild des Dörfchens Lisa! Wir fahren unsere längste Etappe, um auf dem CP in Giugiu zu übernachten (und auch mal wieder zu duschen), aber der CP existiert nicht. Wir zelten wieder wild in der Nähe eines Bauernhauses. Der Besitzer kontrolliert uns misstrauisch, ist aber beruhigt, als er feststellt, dass wir keine Bulgaren sind. Wieder selbstgekelterten Wein und Schnaps organisiert. Sonntag, den 9.09.07 Giurgiu - SpirovStrecke 100 Km, Fahrzeit 4:50 Std., Gesamtzeit 8 Std., Schnitt 21,0 Km/h Das Wetter ist wieder besser, sonnig mit Wolken und knapp 20 Grad. Die Landschaft wird hügelig und die Gruppe fällt auseinander. Jeder fährt für sich sein Tempo auf guten Straßen. Hinter Spirov zelten wir an einem Seitenarm der Donau. und sind sofort von jugendlichen Anglern umringt. Zum 1. Mal Bad und Wäsche waschen in Rumänien. Montag, den 10.09.07 Spirov - FetestiStrecke 110 Km, Fahrzeit 5:30 Std., Gesamtzeit 9 Std., Schnitt 20,0 Km/h Wiederum ein sonniger Herbsttag mit knapp 20 Grad. Nach 50 km nehmen wir Abschied von Lisa und Andreas, die jetzt nach Süden abbiegen, während wir der Donau nach Norden folgen. Zum Abschied gibt es Melone und Apfelstrudel. Danach ins Internetcafe. Wie immer haben wir unsere Zweifel, ob die Emails überhaupt versendet werden. Wir folgen jetzt nicht mehr dem Donauradführer der nach Constantia führt, sondern folgen der Donau weiter am linken Ufer. Danach unser 1. negatives Erlebnis: In Fetesti löst sich bei Peter wegen eines Schlagloches eine Satteltasche und er muss alles neu befestigen. Diesen Moment nutzt ein junger Mann, um ihm seine Regenjacke zu entwenden. Wäre Peter jetzt dem Dieb hinterher, so würden seine Kumpane das restliche Gepäck klauen. Also bleibt nur die Hoffnung, dass es nicht mehr regnet. Sobald wir aus Fetesti raus sind, campen wir auf einem Hügel mit Blick auf die Donau. Dienstag, den 11.09.07 Fetesti - TopologStrecke 105 Km, Fahrzeit 5:30 Std., Gesamtzeit 10 Std., Schnitt 19,1 Km/h
Wie jede Nacht in Rumänien sind wir bis kurz vor Tagesanbruch von Hundegebell und Gejaule in der Ferne (oder auch näher) umgeben. Tagsüber nehmen sie von uns keine Notiz und liegen nur faul am Wegrand. Es wird ein sonniger windiger Tag mit 22 Grad. Vor Halova überqueren wir zum letzten Mal mit dem Rad die Donau, danach geht es in die Berge (eigentlich trifft Hügel eher zu). Die Straßen sind wie immer gut mit sehr ruhigem Verkehr. Kilometerlang geht die Straße geradeaus und ein Auto, das dich überholt, siehst du noch nach 5 Minuten in der Ferne. Ein Wort noch zum überholen: für jeden, der überholt, ist es offensichtlich Pflicht ein Hupkonzert zu veranstalten. Im Gegensatz zu Deutschland bedeutet Hupen aber nicht, dass du im Wege bist, sondern ist Zeichen der Freude und der Begeisterung, dass wir ihr Land besuchen. Wir zelten in einem Wald nach Topolog (nomen est omen!). Mittwoch, den 12.09.07 Topolog - SulinaStrecke 60 Km, Fahrzeit 3:30 Std., Gesamtzeit 9 Std., Schnitt 17,1 Km/h
Beim Aufwachen gibt es Regen, Nebel und es ist empfindlich kalt. Wir bleiben liegen bis der Regen nachlässt und nehmen die letzten 60 km bis Tulcea in Angriff. Die Fahrt ist ein ständiges Auf und Ab bei böigem Seitenwind. Peter zieht als Ersatz für die Regenjacke meinen Fleece-Pulli an. Von Tulcea fahren wir 4 Stunden mit dem Dampfer ans Ziel unserer Wünsche: Sulina. Dort werden wir vom Dorfhippie angesprochen, der uns eine Unterkunft besorgt. Wir teilen die Wohnung mit 2 Neuseeländern, Katie und Duncan. Das Beste ist ausreichend kochend heißes Duschwasser. Abends vorzüglich Fisch gegessen und Merlot getrunken für 9 Euro. Donnerstag, den 13.08.07 DonaudeltaVor dem Frühstück kaufe ich Brot, Eier und Belag ein. Wie immer kann die Verkäuferin nicht auf 10 Ron (ca. 3.30 Euro) herausgeben und ich bekomme als Wechselgeld Naturalien (diesmal 1 Schachtel Zigaretten). Nach dem Frühstück versuchen wir vergeblich mit einer unserer vier Scheck bzw. Kreditkarten Geld abzuheben. Selbst Visa wird nicht akzeptiert! Zum Glück habe ich noch Euros, die ich in Ron umtausche. Danach machen wir mit einem Führer eine Bootsfahrt durch das Delta, sehen Kormorane und Pelikane und tasten uns durch ein Gewirr von Wasserstraßen bis zur Mündung ins Schwarze Meer vor. Dort rauchen wir unsere Siegerzigarren. Nach der Rückkehr geht ein heftiges Gewitter nieder und wir flüchten in eine Bar. Dort treffen wir 3 Studenten aus Regensburg, die ebenfalls mit dem Rad hierher gestrampelt sind. Anschließend Spaziergang durch Sulina und an den Badestrand. Sulina besteht aus 2 Längsstraßen und 4 Querwege und ist schnell besichtigt. Leider verliere ich dabei meine Brille und bin ab sofort hilflos! Abends ausgezeichnet Fisch gegessen und da das Wetter sehr kühl und windig ist, beschließen wir am nächsten Tag heim zu fahren.
|
![]() |
|
![]() |
|||
![]() |
|||
![]() |
|||
Freitag, den 14.09.07 Sulina - Sonntag, den 16.09.07 Ehningen
Die Rückreise beginnt kurz nach 6:00 Uhr mit dem Einchecken in das schnelle Tragflächenboot, das uns in 3 Stunden nach Tulcea bringt. Dort versuchen wir zuerst mit einem der vielen Sprinter-Busse nach Bukarest zu fahren, was aber an der Mitnahme der Räder scheitert. Also bleibt uns nur der Zug übrig, wobei zu beachten ist, dass die Fahrradmitnahme in Rumänien nicht geregelt ist und man daher auf das Wohlwollen der Schaffner angewiesen ist. Der Zug fährt erst um 17 Uhr und wir verbringen den Rest des Tages auf dem Bahnsteig. Zu uns gesellen sich noch die 3 Regensburger und 2 weitere Radler, so dass wir schließlich 7 Räder einfach in den Gang des letzten Waggons stellten. Von früheren Reiseberichten gewarnt, warteten wir auf den Kontrolleur, der auch alsbald auftauchte, uns klar machte, dass es so nicht ginge und uns anschließend für jedes Rad 20 Euro abknöpfte. Bei 7 Rädern kommt da eine schöner Zusatzverdienst zusammen! Wir erreichen Bukarest um Mitternacht und müssen nur noch in einer 20 minütigen Fahrt vom Ostbahnhof zum Nordbahnhof, wobei wir froh sind, dass wir uns bewegen dürfen. Der Bahnhof ist fest in der Hand der ukrainischen Mafia, Verzeihung: Security, wobei es angenehm ist sich für eine Schachtel Zigarretten für 6 Stunden Ruhe und Sicherheit zu kaufen. Im übrigen sind wir auf der ganzen Tour entgegen allen Warnungen kein einziges Mal von Bettlern belästigt worden. Wahrscheinlich sehen wir so verkommen und dreckig aus, dass die Zigeuner einen Bogen um uns machen! Der Zug von Bukarest nach München hat glücklicherweise einen Gepäckwagen, in den wir unsere Räder einladen. Der Schaffner schaut uns freundlich zu und erklärt uns anschließend, dass die Mitnahme von Rädern nicht erlaubt sei. Mein Hinweis, dass wir seinen Besuch im Abteil erwarten zur Klärung der Modalitäten, beruhigt in zusehend, da bei 5 Räder die Kasse klingelt! Später wollte er für jedes Fahrrad den halben Personenfahrpreis, was wir natürlich ablehnten und so begann ein mehrstündiges Feilschen um den Fahrpreis. Wir haben ja Zeit genug, da der Zug ca. 15 Stunden bis Budapest braucht. Mehrmals muss der Schaffner uns verlassen, um die festgefressenen Bremsen des Zuges mit einem Vorschlaghammer zu lösen. Schließlich ging auch noch die Lok kaputt und wir müssen auf Ersatzteile warten. Wir haben Angst unseren Anschlusszug in Budapest zu versäumen, zumal der Grenzübertritt nach Ungarn dank den scharfen Kontrollen über eine Stunde dauert. Die ungarischen Schaffner wollen natürlich ein Ticket für die Fahrräder sehen und verkaufen uns für 10 Euro ein Fahrradticket für Ungarn. Der Anschlusszug in Budapest hat glücklicherweise über eine Stunde auf uns gewartet. Räder in den Gepäckwagen, leere Abteile gesucht und nach 40 Stunden zum Schlafen ausgestreckt. Der Schlaf wurde jeweils von ungarischen, slowakischen, österreichischen, deutschen Schaffnern und Grenzern unterbrochen. Um 6:30 Uhr Abschied von den Regensburgern in München und danach mit dem Regionalzug Richtung Ulm. Wegen einer Baustelle muss unser Zug immer wieder warten und hat am Schluss 1 Std. Verspätung und darf nicht weiterfahren! Normale Reisende fuhren mit dem ICE weiter, für 8 Radler wird ein Sonderzug von Günzburg nach Ulm eingesetzt! Ab Ulm problemlos bis nach Ehningen und nach 56 Stunden und 45 Minuten ist die Rückreise beendet. Fazit der 4. Woche:Souverän geschafft, Heimreise mit der Bahn größeres Abenteuer als Radtour Insgesamt war es ein unvergessliches Abenteuer. Beeindruckend die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen und genausowenig wollte ich die Begegnungen mit anderen Abenteurern (Andreas, Lisa) missen! |
|||
This site was last updated 19.06.11